Für Gleichberechtigung in der Kirche und gegen Nazis – Aus dem Leben von Ina Gschlössl (1898–1989)

Shownotes

Sie war beharrlich, kritisch und unangepasst. Die Kölner Theologin Ina Gschlössl setzte sich dafür ein, dass Frauen Pfarrerinnen werden durften und erhob außerdem ihre Stimme gegen die Nationalsozialisten.

Text und Sprecherin Dr. Aneke Dornbusch. Eine Produktion der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Kommission der Evangelischen Kirche im Rheinland für Kirchgeschichte.

Redaktion: Dr. Bettina Förster, Prof. Dr. Thomas Schneider Internetseite der Evangelischen Akademie im Rheinland: https://ev-akademie-rheinland.ekir.de/start/home/

Literatur: Dagmar Henze, Ina Gschlössl, in: Köhler, Heike u. a. (Hrsg.): Dem Himmel so nah – dem Pfarramt so fern. Erste evangelische Theologinnen im geistlichen Amt. Neukirchen-Vluyn 1996, 47–51. Anselm Weyer: Ina Gschlössl. Der Traum vom Pfarramt. Köln 2010.

Das Zitat im Podcast stammt aus: Ina Gschlössl; Annemarie Rübens: Ein notwendiges Wort in Sachen der Theologinnen, in: Die Christliche Welt, 1930, 216-220.

Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:08: Eine Frau, die behaulich, kritisch und unangepasst war.

00:00:12: Wenn heute eine Fahrerin predigt, tauft oder beerdigt, wundert sich niemand mehr!

00:00:17: Aber der Weg zur Gleichstellung von Fahrerinnen in den evangelischen Kirchen war ein langer, sehr langer Weg – eine Frau, Außerdem erhob sie ihre Stimme gegen die Nationalsozialisten.

00:00:32: Doch dies hatte Folgen.

00:00:37: Es war ihr Traum, Fahrerin zu werden.

00:00:44: In den neunzehnundzwanziger Jahren studiert sie Theologie in Bonn und dann in Marburg.

00:00:50: Doch die Chancen jemals als gleichberechtigte Fahrerin zu wirken stehen denkbar schlecht.

00:00:56: So engagiert sie sich bereits während des Studiums für Verbesserung, im sogenannten Verband evangelischer Theologinnen.

00:01:03: Nach dem Studium beginnt sie in die Jahre von den Köln.

00:01:07: Ab diesem Jahr können Frauen im Rheinland zumindest Vicarinnen werden.

00:01:11: mit schlechterer Bezahlungen und weniger Befugnissen als die männlichen Fahrer versteht sich.

00:01:15: Ina Geschlüssel ist schnell von ihrer Arbeit als Vicarin enttäuscht – und klagt in der Zeitschrift «die christliche Welt», ihr bleibt nur Gelegentliche Vertretung und dauernde Kleinarbeit und gehilfenden Tätigkeit unter Leitung des verantwortlichen Theologen.

00:01:30: Den Kirchenobern hat sie zu unbequeme Ansichten, Sie muss ihr Vicariat schon im November, und wird dazu abkommandiert wie sie selbst formuliert an einer Berufsschule zu arbeiten.

00:01:48: Die volle Gleichberechtigung der Frauen im Fahramt.

00:01:55: Doch in den dreißiger Jahren sind die Frauen mit dieser Forderung noch deutlich in Erminderheit.

00:02:00: Zum erstarkenden Nationalsozialismus hat Ina geschlüsselt, die auch Mitglied der SPD war – eine klare Meinung und äußert sich in dem Jahr- und Neunzehnhundertzweiunddreißig öffentlich gegen die rassistische Ideologie.

00:02:11: Auch im NS-Staat schweigt sie nicht und wird bereits im November neunzehundertdreiunddreißig aus dem Schuldienst entlassen, da sie keine neue Anstellung findet unterrichtet sie behinderte Kinder und betreut eine jüdische Familie.

00:02:24: Nach vier Jahren ohne festes Einkommen, kann sie ab neunzehnhundertdreißig als Fürsorgerin arbeiten –

00:02:30: u.a.,

00:02:30: in einem Gefängnis.

00:02:34: Nach dem Kriegsende übernimmt sie die Leitung des Religionsunterrichts an Kölner Berufsschulen, bietet außerschulische Betreuung an und engagiert sich besonders für Mädchen.

00:02:42: Sie bleibt unverheiratet!

00:02:43: Bis in die fünftiger Jahre mussten Lehrerinnen unverherrattet sein.

00:02:47: Neunzehntundhundertsechtzig wird sie pensioniert.

00:02:50: In den letzten Jahren stürbt Ina Geschlüsselm in Neuseis bei Augsburg.

00:02:55: Ihr Traum, als Pfarrerin zu wirken, blieb unerfüllt.

00:02:59: Erst im Jahr nineteenhundertsechzig führte die evangelische Kirche im Rheinland das Fahramt für die Frau ein.

00:03:06: Seit

00:03:07: zweitausendfünf gibt es in Köln an der Antonieta-Kirche den Inageschlüsselweg.

00:03:13: Ina geschlüssel kämpfte für die Gleichberechtigung der Frau und sie positionierte sich gegen die Rassendiskriminierung.

00:03:21: Sie versuchte Dinge, die unveränderlich erschienen zu ändern.

00:03:25: Ihre Beharrlichkeit inspiriert auch

00:03:40: heute.

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