Klare Positionierung in der NS-Zeit – Pfarrer Hans Encke (1896–1976)
Shownotes
Der Kölner Pfarrer Hans Encke stellte sich den Nazis in den eigenen Kirchenreihen entschieden entgegen.
Text und Sprecher Prof. Dr. Siegfried Hermle.
Eine Produktion der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Kommission der Evangelischen Kirche im Rheinland für Kirchgeschichte.
Redaktion: Dr. Bettina Förster Internetseite der Evangelischen Akademie im Rheinland: https://ev-akademie-rheinland.ekir.de/start/home/
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00:00:01: Reinische Kirchengeschichten, der Podcast.
00:00:06: Heute geht es um
00:00:07: den Kölner Pfarrer Hans Enke, der sich den Nationalsozialisten in den eigenen Kirchenreihen entschieden entgegenstellte.
00:00:17: Was geschah?
00:00:19: Hans Enkel wurde am zwölften Januar eighthundertsechsundneunzig in Potsdam geboren und kam mit seinen Eltern neunzunder drei nach Köln.
00:00:28: Im ersten Weltkrieg wurde er in Russland schwer verwundet und ein Bein musste ihm abgenommen werden.
00:00:35: Nach dem Theologie-Studium war er ab der Zeit von neunzehnundzwanzig in Köln Krankenhausseelzeuger und Religionslehrer, und ab Oktober neunzentfünfundzwanziger Pfarrer in Kologne Nippes.
00:00:48: Neben vielfältigen Aktivitäten in der Gemeinde engagierte sich Enke ab Januar neunzenundzweiunddreißig gegen den zunehmenden Einfluss des Nationalsozialismus in der Kirche.
00:01:00: Zu einem ersten Konflikt kam es, als Enke Einspruch gegen das Ergebnis der aufgezwungenen Kirchenwahlen vom Juli.
00:01:09: und die Deutschen Christen, die Hitler treu waren.
00:01:17: Sie versuchten ihre Gegner aus deren Ämter zu verdrängen – doch dies gelang bei Enke nicht unter anderem aufgrund einer Unterschriftenaktion, die sich für Pfarrer wie Enke einsetzte.
00:01:29: Dieser blieb also im Amt.
00:01:32: Als der Organist Julio Goslar ein Christ-Jüdischer Herkunft entlassen werden sollte, setzte sich Enke für dessen Weiterbeschäftigung ein – war es allerdings nur zeitweise gelang.
00:01:44: Die klare Positionierung von Enke führte dazu das sechs Pressbüter die der NSDAP angehörten zurücktraten.
00:01:53: Im April neunzigunddreißig ordnete sie sich die Kirchengemeinde offiziell der bekennenden Kirche zu.
00:02:01: Diese wehrte sich zumindest gegen eine staatliche Vereinahmung der Kirche durch die Nationalsozialisten.
00:02:09: Allerdings waren nicht alle Mitglieder der Bekennenden-Kirche auch grundsätzlich gegen den Nationalsozialismus, Fahrer Hans Enke allerdings schon.
00:02:19: Er stand konsequent auf Seiten der bekennenden Kirchen und spielte in der freien evangelischen Synode im Rheinlande eine wichtige Rolle.
00:02:29: Auch gehörte er beispielsweise deren Bruderrat an oder war Mitglied der Bekenntnissynode der altpreußischen Union.
00:02:38: Mitte neununddreißig übernahm Enke ein weiteres wichtiges Amt.
00:02:43: Er wurde Vertrauensmann des in Berlin von der bekannten Kirche eingerichteten Bürokrüber, das die Begleitung und Betreuung der zunehmend ausgegrenzten und verfolgten Christen jüdische Herkunft übernahmt.
00:02:59: Enke leistete in Köln seelsäugerliche Hilfe, suchte nach Möglichkeiten zur Auswanderung für die Verfolgten.
00:03:07: Gab Unterricht für Kinder und Erwachsene und konnte ihn der Kreuzkapelle wohl auch mindestens acht Personen taufen.
00:03:15: Gegen diese Aktivitäten erhob sich Widerstand.
00:03:19: ein NSDAP-Mitglied zeigte Enke beim Gesamtverband der evangelischen Gemeinden Kölns an.
00:03:26: Doch Enke rechtfertigte sein Handeln und der Verweis auf Jesu Taufbefehl, der keinerlei Einschränkung duldet.
00:03:35: Nach den schweren Luftangriffen – Auf Köln über Trugenke am vierten November nineteenhundvierzig seine veramtlichen Befrugnisse auf Pastor Fritz Schellenburg und reiste mit seiner Frau in den fünf Kindern nach Arnsberg ab um der Zwangsevakuierung aus dem Weg zu gehen die nach den Bombardierungen zu erwarten war.
00:03:59: Nach dem Einmarsch der Amerikaner kam Enke zurück und wurde im Januar nineteenhundert sechsundvierzig zum Superintendenten des Kirchenkreises Köln gewählt.
00:04:09: Gefordert war Enke in besonderer Weise durch den Wiederaufbau der stark zerstörten kirchlichen Gebäude, auch war er unter anderem an der Gründung der CDU in Kölne beteiligt, wirkte als Geschäftsführer der Antonitas Siedlungsgesellschaft war neunzundfünfzig Gründungsmitglied der Gesellschaft für christlich-hydische Zusammenarbeit, engagierte sich für die Einrichtung der Melanchthon Akademie und des diakonischen Werkes.
00:04:38: Er verstarb am zweiten August nineteenhundertsechsenzebzig in Köln.
00:04:47: Hans Enke engagierte es sich entschieden gegen eine Überfremdung seiner Kirche durch die nationalsozialistische Ideologie und setzte sich auch für verfolgte Christinnen- und Christenjüdische Herkunft ein.
00:05:01: Sein Handeln kann uns anregen zu fragen, wo müssen wir uns heute klar positionieren?
00:05:09: Und wie engagieren wir uns gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit?
00:05:19: Eine Produktion der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Kommission der Evangelischem Kirche für Kirchengeschichte.
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