Georg Maus und sein Verständnis von Nächstenliebe in der NS-Zeit

Shownotes

In dieser Folge geht es um Widerstand und Entschlossenheit.
Text und Sprecher: Udo Hahn, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Akademien in Deutschland und Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, https://www.eatutzing.de/. Sprecherin: Dorothea Grass, Journalistin und Öffentlichkeitsbeauftragte der Evangelischen Akademie Tutzing.

Literatur: Klaus Loscher/Udo Hahn, Ich habe nicht verleugnet. Georg Maus: Leben und Wirken eines Religionslehrers im Dritten Reich. Peter Hammer Verlag Wuppertal, 1987.

Eine Produktion der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Kommission der Evangelischen Kirche im Rheinland für Kirchengeschichte 2026. Internetseite der Evangelischen Akademie im Rheinland www.eair.info

Transkript anzeigen

00:00:01: Reinische Kirchengeschichten, der Podcast.

00:00:06: Heute geht es um

00:00:08: den evangelischen Religionslehrer Georg Maus.

00:00:11: Sein Plädoyer für Nächstenliebe machte ihn zu einem Gegner der Diktatur des Nationalsozialismus.

00:00:19: Was geschah?

00:00:22: Er war unser Religionslehrer ein kleiner unscheinbarer Herr mit blassen Gesicht gar nicht der Typ eines Helden Und er sprach davon, dass Jesus geboten hätte in die Nächstenliebe sogar die Feinde einzubeziehen.

00:00:37: Mit diesen Worten erinnert sich Inge Stolz eine ehemalige Schülerin Jahrzehnte später an ihren Lehrer.

00:00:43: Sein Name Georg Maus, geboren in den letzten Jahren.

00:00:49: Einer der im Nationalsozialismus mit seiner Haltung anneckt.

00:00:55: studiert Theologie und kommt in den letzten Jahren als Religionslehrer an das Gymnasium in Ida Oberstein.

00:01:03: Die Schülerin erinnert sich an die Situation, die zur Anklage vor dem Volksgericht so führte.

00:01:09: Er sprach davon, dass Jesus geboten hätte, in den nächsten Liebe sogar die Feinde einzubeziehen – das wollte uns nicht einleuchten, dass dies überhaupt Menschen möglich sein sollte!

00:01:21: Wir Die wir jahrelang nur eingeimpft bekamen, gegen alles zu sein was sich Deutschland entgegen stellte, waren fassungslos.

00:01:29: In der Klasse war ein riesiger Tumult!

00:01:32: Wir sprachen und schrien alle durcheinander.

00:01:35: Aufgewöhlt gingen mir aus dieser Stunde und wir trugen die Geschehnisse nach draußen.

00:01:40: Wir sprachen Herrn Maus damit das Todesurteil.

00:01:44: Er stellte sich dazu, obwohl er wissen musste dass es ihn zumindest die Freiheit kosten

00:01:49: würde.".

00:01:51: Georg Maus wird verraten.

00:01:53: Wochen später wird er aus dem laufenden Unterricht heraus verhaftet und vom Dienst suspendiert.

00:01:59: Es kommt zum Prozess vor dem Volksgerichtshof in Berlin, da heißt es.

00:02:04: Der angeklagte Georg Maus hat als Religionslehrer für seinen Schülern im Zusammenhang mit den Bibelwort «Liebelt eure Feinde», Anschauungen vertreten – die geeignet waren, die staatspolitische Einstellung und Entwicklung der Kinder zu

00:02:19: gefährden.".

00:02:22: Georg Maus kommt ins Gefängnis.

00:02:24: Anfang Februar nineteenhundertfünfundvierzig rücken sowjetische Truppen weiter in Richtung Berlin vor, die ein Essjustiz beginnt mit der Verlegung von Gefangenen.

00:02:34: Das Ziel der Züge sind die Konzentrationslager in Süddeutschland.

00:02:39: Viele kommen auf dem Weg dorthin um wie Georg Mauss.

00:02:44: Er stirbt völlig entkräftet am vierzehnten Februar neunzehnhundertfünfundvierzich und wird in einem Ort bei Lichtenfels in Oberfranken beigesetzt.

00:02:54: Im Juli, neunzehntzechzig kommt es zur Umbettung seiner sterblichen Überreste – und zwar in die Ehrengedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenburg.

00:03:11: Wer die Prozessakten studiert oder Berichte der Zeitzeugen lernt ein Vorbild für Zivilcourage kennen?

00:03:18: Georg Maus bliebt seinem Glauben verpflichtet Leistete Widerstand gegen die Menschenverachten der NS-Idiologie und scheute die Konsequenzen

00:03:44: nicht.

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